Tier und Umwelt - unser Beitrag zum Umweltschutz

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind Themen, die mir sehr am Herzen liegen. Privat versuche ich seit einigen Jahren, sie konsequent umzusetzen. In der Praxis ist mir das bisher nicht so leicht gefallen.

Dieses Jahr habe ich mir jedoch vorgenommen, ein Nachhaltigkeitskonzept für unsere Praxis zu entwerfen. An der Entstehung möchte ich Sie sehr gerne teilhaben lassen! Ich bin mir sicher, dass in jeder Branche eine Verbesserung der ökologischen Bedingungen möglich ist und dass damit auch für Mitarbeiter und Kunden Vorteile entstehen können!

 

Die größten Herausforderungen – im Vergleich zu einem Privathaushalt – sind die Themen Hygiene und Arbeitsschutz. Diese zwei Punkte dürfen unter den Veränderungen nicht leiden. Die Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter ist die Grundlage unserer Arbeit. Gleichzeitig beschränkt sie jedoch unsere Möglichkeiten in Sachen Umweltschutz.

Im Bereich Hygiene können wir keine Abstriche machen. Wir möchten mit unseren Bemühungen um den Umweltschutz unsere Patienten auf keinen Fall gefährden. In unserer Praxis haben wir einen sehr hohen Hygienestandard und möchten diesen auch beibehalten. Dies bedeutet, dass wir auf Oberflächendesinfektion, Hautdesinfektion, Verwendung von Einmalartikeln wie Spritzen/Kanülen etc. nicht verzichten können.

Der Schutz unserer Mitarbeiter hat einen hohen Stellenwert und darf nicht unter dem Nachhaltigkeitskonzept leiden. Um ein Bespiel zu nennen: Wir desinfizieren Oberflächen (wie Behandlungstisch, Stationsboxen etc.) nach jedem Patienten mit in Desinfektionsmittel getränkten Einmaltüchern. Da dieser Vorgang viele Male jeden Tag von uns durchgeführt wird, haben wir sehr häufigen Kontakt zu Desinfektionsmitteln. Verwendet man eine Sprühdesinfektion, bilden sich dabei Aerosole, die über unsere Atemwege aufgenommen werden und gesundheitsschädlich sind. Diese Einmaltücher sind natürlich aus Umwelt-Sicht ein Graus, wir sehen im Moment aber keinen gleichwertigen Ersatz, der uns zur Verfügung steht. Wir bleiben an dem Thema dran!

 

Was können wir also tun? Wir haben eine Liste von Maßnahmen zusammengestellt, mit der wir den Weg zu mehr Umweltschutz einschlagen möchten. Sie ist nur ein Anfang und wir werden immer weiter nach Möglichkeiten suchen, die Nachhaltigkeit in unserer Praxis zu fördern. Für Vorschläge und Anregungen sind wir natürlich jederzeit offen!

 

Strom

Wir beziehen 100% Ökostrom. Trotzdem möchten wir natürlich unseren Stromverbrauch reduzieren: Unsere Glühbirnen stellen wir auf langlebigere LED-Glühbirnen mit geringerem Verbrauch um. Geräte wie Röntgengerät, Röntgenentwickler, Autoklav, Ultraschall etc. werden nur eingeschaltet, wenn sie benutzt werden, Licht wird in Räumen ausgeschaltet, die gerade nicht in Benutzung sind. Die Beleuchtung unseres Praxisschildes wird durch eine Zeitschaltuhr gesteuert, die wir jahreszeitlich anpassen.

 

 

Verbrauchsmaterialien

  • Küchenrolle, Klopapier, Druckerpapier und Co kaufen wir nur noch aus 100%ig recyceltem Material.
  • Wir möchten unsere Verbrauchsmaterialien reduzieren: deshalb verwenden wir Mikrofasertücher anstatt Einmaltücher in aus hygienischer Sicht nicht kritischen Bereichen (also beispielsweise in Räumlichkeiten und auf Oberflächen, die keinen Kontakt zu Patienten haben).
  • Wir haben unsere Putzmittel (Waschpulver, Flüssigwaschmittel, Spülmittel, Allzweckreiniger, Kalklöser etc.) auf ökologische Produkte umgestellt. Diese sind zwar deutlich teurer, vor allem, wenn man auch auf die Verpackung (100% recycelte oder plastik-freie Materialien) achtet, bedeuten aber einen großen Schritt für die Umwelt! Wir haben intensiv recherchiert und uns bei den meisten Produkten für eine Firma entschieden, deren Nachhaltigkeitskonzept uns am konsequentesten schien. Da es schwierig ist, diese Produkte im lokalen Handel zu kaufen, haben wir uns für die Bestellung im Internet entschieden. Wir achten darauf, nur selten, dafür aber größere Mengen zu bestellen und diese nicht aus dem Großhandel zu beziehen, sondern über Firmen, die sich auf ökologische Produkte spezialisiert haben.
  • Unsere stationären Katzen-Patienten bekommen ab sofort ihre Katzentoilette mit ökologischem Streu gefüllt. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch sehr komfortabel – es bindet Gerüche gut, staubt nicht so stark, ist weich und leicht… Die Katzen werden begeistert sein!

 

 

 

 

Müllreduktion und Recycling

  • Durch konsequente Mülltrennung versuchen wir, den Restmüllanteil zu reduzieren. Jede Kanülen oder Spritzenverpackung wird bei uns getrennt (Plastik und Papier), um Recycling zu ermöglichen.
  • Wir bekommen viele Lieferungen in Kartons. Viele davon sind hervorragend als Kartons zum Verstauen oder als Umzugskartons geeignet. Haben Sie Verwendung dafür? Sprechen Sie uns an! Wir haben immer einige Kartons vorrätig oder stellen sie gerne für Sie beiseite!
  • Wir haben in der Regel Papiertüten vorrätig, um Ihnen den Transport von Medikamenten nach Hause zu erleichtern. Wir würden uns wünschen, den Verbrauch zu reduzieren, benötigen hierfür aber Ihre Mithilfe! Bringen Sie doch einfach eine Stofftasche mit, das würde die Nachfrage deutlich reduzieren! Ich hoffe, dass wir irgendwann vollständig darauf verzichten können! Tüten, die wir mit Medikamentenlieferungen oder Ähnlichem erhalten, heben wir zur Wiederverwendung auf.
  • Wir lassen leere Druckerpatronen wieder befüllen.
  • Wir fragen Sie nach jeder erfolgten Bezahlung, ob Sie eine Quittung haben möchten. Falls Sie diese zu Hause als Dokumentation abheften, drucken wir Ihnen selbstverständlich eine aus. Landet diese jedoch bei Ihnen zu Hause im Müll? Dann verzichten Sie doch bitte darauf! Das würde unseren Verbrauch an Papier und Druckertinte deutlich reduzieren - und Ihren Müll auch! Die meisten Umstellungen sind mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden. Diese hingegen ermöglicht uns, Kosten zu reduzieren und das gesparte Geld an sinnvollerer Stelle zu investieren!  Helfen Sie mit! Wir haben auch die Möglichkeit, Laborbefunde und Röntgenbilder per E-Mail zu verschicken. Auch für Sie wäre es sinnvoll, einen Ordner auf Ihrem PC anzulegen, in dem Sie alle Rechnungen, Laborbefunde und evtl. auch Röntgenbilder Ihres Tieres abspeichern! Denken Sie darüber nach!
  • Wir bekommen täglich zahlreiche Faxe geschickt: Angeboten von Firmen, Rücküberweisungen von Kliniken, Werbung…. Vor einigen Wochen haben wir begonnen, jede einzelne Firma oder Klinik telefonisch oder per E-Mail zu kontaktieren und den Versand von Dokumenten auf E-Mail umzustellen. Das hat schon eine deutliche Reduktion unseres Papiermülls herbeigeführt und wir bleiben weiter dran! Auch Kataloge haben wir zum großen Teil abbestellt. Einige Firmen sind noch nicht darauf eingestellt, da viele ihrer Kunden die Papierform präferieren. Ich hoffe, das wird sich mit der Zeit ändern. Je mehr Nachfragen und Anregungen aus dieser Richtung kommen, desto mehr zwingen wir auch große Firmen zum Umdenken. Mich persönlich frustriert es, wenn ich jede Woche einen großen Korb voller Papier, das für mich keinen Nutzen hatte (Werbungen, doppelt geschickte Kataloge etc.), in die Tonne kippen muss. Wozu? Wir verschwenden Energie und Ressourcen, die zur Herstellung und Entsorgung dieser Produkte benötigt werden!  Und damit kommen wir schon zum nächsten Punkt….

 

 

 

 

 

Digitalisierung

Ich muss gestehen, dass ich mit diesem Punkt etwas auf Kriegsfuß stand. Computer sind für mich immer noch ein Rätsel. Sie haben ein merkwürdiges Eigenleben, das sich mir nicht immer erschließt und sie glänzen nicht immer durch Zuverlässigkeit! Ein Stromausfall und ich stehe da und bin arbeitsunfähig… Ja, so habe ich das lange Zeit gesehen. Trotzdem gibt uns die Digitalisierung eine hervorragende Möglichkeit, Müll zu vermeiden und effizient zu arbeiten. Vor allem im Bereich Buchhaltung und Kommunikation. Wir haben deshalb auf „Unternehmen online“ der DATEV umgestellt und tasten uns langsam an eine papierfreie Buchführung heran.

 

Das sind also unsere ersten Schritte. Je mehr Schritte man geht, desto leichter wird das Laufen. Es ist wie eine Art Training, bei dem man lernt, Verschwendung zu erkennen, Chancen zu sehen und zu nutzen und Spaß daran zu entwickeln, der Umwelt etwas Gutes zu tun. Ich wünsche mir, dass meine Mitarbeiter die Begeisterung für dieses Thema teilen und auch Sie als Kunde vielleicht auf diesen Zug mit aufspringen. Denn auch kleine Dinge können schon etwas ändern!

 

Danke für Ihr Interesse!

 

 

Dr. Felicia Spreyer

Kleintierpraxis

Hauptstr. 10

89365 Röfingen

+49 (0)8222 / 9658140

info@praxis-spreyer.de

Öffnungszeiten

Mo.-Fr. 08:00-12:00

Mo., Mi., Fr. 16:00-18:00

 

Terminsprechstunde

Pferdepraxis

0175-5819432

Termine nach Absprache